Kerwelieder und Gedichte
Die Quetschekerb ist ein sehr musikalisches Fest – es gibt ein eigens vom Kerwepräsidenten Arnold Weber 1947 geschriebenes Kerwelied. Auch ein ehemaliger Lehrer (Wilhelm Hahn) aus Biebernheim hat der Quetschekerb ein Gedicht gewidmet. Doch über allem steht der Kerwemarsch (eigentlich: Alter Jägermarsch – Marsch der freiwilligen Jäger aus den Befreiungskriegen 1813) – wenn er erklingt, dann tanzt die Kerwejugend und der Strauß wird gestampft. Auch Abwandlungen bekannter Lieder wie z.B. “M’r losse de Dom in Kölle” der Bläck Föös wird zu “Mir losse de Hannes in Biewerum” und “Einst ging ich am Rande der Donau entlang” werden kräftig angestimmt.
Kerwelied
(Text: Arnold Weber, 1947)
//: Wer hat die Welt so schön gemacht,
wer hat die Quetschekerb erdacht ://
//: schon samstags Abend um halb acht
wird großer Festkommers gemacht ://
//: Und sonntags nachmittags um drei
da stömt das ganze Volk herbei ://
//: der Festzug geht bei “Berze” los,
es jubelt alles, Klein und Groß ://
//: Mit Musik geht’s ins Dorf hinein
in jeder Hand ‘ne Flasche Wein ://
//: die Jugend singt und lacht und johlt,
der Hannes wird jetzt abgeholt ://
//: Dann ziehen alle an die Statt,
wo er dies’ Jahr geboren ward ://
ein jeder schnell ein Gläschen trinkt,
und alles lacht und schreit und:
siehste nit, do kimmt ‘e,
lange Schritte nimmt ‘e,
siehste nit, do is er schon,
der besoff’ne Schwiegersohn.
//: Der Hannes kommt jetzt auf den Thron,
denn er ist heut’ die Hauptperson ://
//: er winkt mit seiner weißen Hand,
die Jugend ist aus Rand und Band ://
//: Stolz zieht er in das Dorf hinein,
und alles folgt ihm hinterdrein ://
//: getragen wird er von zwei Mann,
ein jeder lacht und staunt ihn an ://
//: Und auf dem großen Kirmesplatz
hat jeder Bursche schnell ‘nen Schatz ://
//: die netten kleinen Mägdelein,
die singen heut’ mit uns den Reim ://
Immer rinn, immer rinn, immer rinn,
immer rinn in die Heilsarmee,
schon wieder eine Seele vom Alkohol gerettetet,
schon wieder eine Seele vom Alkohol befreit!
Zum 50. Jubiläum des Quetschehannes
Text: Lehrer Wilhelm Hahn, 1932
50 Jahr’ schon freuen wir
uns auf Kirmes – Montag – Morgen,
Quetschehannes, Dank sei Dir,
nahmst uns ab schon manche Sorgen.
Geographie und Rechenstund’
wollen sich fast endlos dehnen,
wenn in froher Zecherrund’
Jubel, Lust und Freude tönen.
Bist kein Freund von Zuckerstein
und von Preissens schönen Torten,
darum stift’ die Jugend klein
Dir ‘nen nagelneuen Orden.
Trag’ ihn stolz an Deiner Brust
heut’ an Deinem Ehrentage,
schenk’ uns weiterhin viel Lust
statt des langen Montags Plage.
Lieber Hannes, werde hunnert,
lebe lang und niemals sterb’,
und wenn’s noch so stürmt und dunnert,
hoch leb’ samt der Quetschekerb.
Anm.: “…und von Preissens schönen Torten..” bezieht sich auf den damals noch im Ort tätigen Bäckermeister Wilhelm Preiss.
Gedicht zum 125 Jubiläum des Quetschehannes
Text: Martina Knust, 2007
Et is Quetschekerb, et is Quetschekerb,
de hechste Feierdach uffm Bersch.
In Biewerum do geht’s rund,
et feiere all de diesjehrische Jubiläumsrund.
Seit 125 Johr is dank Hannes schun
de Frieschoppe uffm Wackebersch Tradition.
Et feire Jung un Alt, uff Strohballe,
un die duhn gud zusamme halle.
De Kinner duhn net rechne un schreiwe,
se mache liewer uffm Bersch en fröhlisch Treiwe.
Gutsjes maa de Hannes nit,
en Orde steht em besser zu Gesicht.
Eh trehden stolz uff seiner Brust
un wünscht uns noch viel viel Johr Freud und Lust.
Dat Brauchtum darf net sterwe,
et lieht in de Hand unserer Erwe.
Is schon en Haafe Johr alt
und brauch de ewiche Erhalt.
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